
Kia EV2 61 5S EARTH: Energieverbrauch (kombiniert): 15,2 kWh/100km, CO2 -Emissionen (kombiniert): 0,0 g/km, Elektrische Reichweite: 453 km, CO2 -Klasse A
Ein kleines Elektroauto und eine lange Strecke. Passt das zusammen? Unsere Erfahrung mit dem Kia EV2 Long Range zeigt ganz klar, dass auch längere Fahrten unkompliziert möglich sind. Selbst ohne automatische EV-Routenplanung kann man einfach losfahren, unterwegs bei Bedarf eine passende Ladesäule suchen und die Fahrt entspannt fortsetzen. Im Grunde fühlt sich das gar nicht so anders an, als man es vom Verbrenner gewohnt ist.
Wir haben es für euch ausprobiert. Unsere Reise führte von Wolfsburg nach Mannheim, anschließend weiter zum Glücksgefühle Festival am Hockenheimring und danach wieder zurück nach Wolfsburg. Allein die Strecke von Wolfsburg nach Mannheim umfasste rund 450 Kilometer.
Klein im Format, bereit für die Langstrecke
Mit einer Länge von rund 4,06 Metern gehört der Kia EV2 zu den eher kompakteren Elektrofahrzeugen. Das macht ihn besonders interessant für den Alltag und den Stadtverkehr. Klein bedeutet aber keineswegs, dass längere Strecken ausgeschlossen sind.
Für unsere Reise waren wir mit dem Kia EV2 Long Range unterwegs. Diese Version verfügt über eine 61 kWh Batterie und erreicht laut Kia je nach Bereifung eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 453 Kilometern. Das zeigt schon auf dem Papier, dass der EV2 trotz seiner kompakten Abmessungen mehr kann als kurze Fahrten durch die Stadt.
Doch Papierwerte sind das eine. Uns interessierte vor allem, wie sich eine solche Strecke im echten Alltag anfühlt.

Ziel eingeben und einfach losfahren
Wer bisher einen Verbrenner fährt und über sein erstes Elektroauto nachdenkt, stellt sich vielleicht eine besonders komplizierte Reiseplanung vor. Wo muss ich laden? Wann muss ich anhalten? Welche Ladesäule funktioniert mit meinem Auto? Unsere Erfahrung war deutlich unkomplizierter.
Nach dem Einsteigen startet man seine Navigation wie gewohnt. Das kann je nach Ausstattung über das Fahrzeug selbst oder über eine NavigationsApp auf dem Smartphone erfolgen, die beispielsweise über Apple CarPlay oder Android Auto auf dem Fahrzeugdisplay genutzt wird.
Das Ziel wird eingegeben und die Fahrt beginnt. Der entscheidende Unterschied kommt erst dann, wenn die Reichweite sinkt. Während man beim Verbrenner irgendwann nach einer Tankstelle Ausschau hält, sucht man mit dem Elektroauto nach einer Ladesäule.

Eine Ladestation unterwegs finden
Für unsere Fahrt haben wir Google Maps genutzt. Als während der Fahrt klar wurde, dass wir vor Mannheim laden möchten, suchten wir nach Ladestationen entlang unserer Route.
Google Maps ermöglicht es, nach Ladestationen zu suchen und diese als Zwischenstopp in eine bestehende Route aufzunehmen. Dabei kann man zwischen Ladegeschwindigkeit, Steckertyp oder Ladenetzwerk filtern. Wir wollten eine leistungsstarke Lademöglichkeit nutzen und suchten deshalb gezielt nach einer passenden Schnellladestation.
Nachdem wir eine geeignete Station gefunden hatten, wurde sie einfach als Zwischenziel ausgewählt und die Navigation führte uns dorthin. Keine separate Karte. Keine komplizierte Berechnung. Kein vorher ausgearbeiteter Ladeplan.
Mit dem Kia EV2 im Eco Modus auf der Autobahn
Während unserer Reise waren wir durchgehend im Eco Modus unterwegs. Dieser Fahrmodus ist auf eine möglichst effiziente Nutzung der verfügbaren Energie ausgelegt. Dabei sind wir auf der Autobahn überwiegend mit etwa 120 bis 130 km/h gefahren. Wir wollten schließlich eine normale Reise machen und keinen möglichst niedrigen Verbrauch unter Idealbedingungen erreichen.
Nach rund 170 Kilometern zeigte das Auto einen Durchschnittsverbrauch von etwa 16,9 kWh pro 100 Kilometer an. Als wir später noch ungefähr 180 Kilometer angezeigte Reichweite zur Verfügung hatten, entschieden wir uns für unseren Ladestopp.
Gerade hier zeigte sich für uns, wie unkompliziert das Ganze sein kann. Akkustand und Reichweite hat man im Blick, genauso wie man bei einem Verbrenner die Tankanzeige beobachtet. Wenn es Zeit wird, sucht man sich eine passende Lademöglichkeit.

Fahren, Pause machen und weiter
An unserer ausgewählten Ladestation kamen wir am Abend mit rund 58 Kilometern angezeigter Restreichweite an. Wir schlossen den Kia EV2 an und nutzten die Zeit gleichzeitig für eine kurze Pause. Genau hier liegt wahrscheinlich einer der größten Unterschiede zum klassischen Tankstopp. Ein Elektroauto ist nicht innerhalb weniger Minuten wieder vollständig geladen. Dafür muss diese Zeit aber nicht zwangsläufig verlorene Reisezeit sein. Auf einer Strecke von rund 450 Kilometern macht man häufig ohnehin eine Pause. Kurz auf die Toilette gehen, etwas trinken, sich die Beine vertreten oder einen kleinen Snack holen. Währenddessen lädt das Fahrzeug.
Wir luden unseren EV2 bis ungefähr 80 Prozent. Anschließend zeigte das Fahrzeug wieder rund 280 Kilometer Reichweite an. Für die noch etwa 150 Kilometer bis Mannheim war das mehr als ausreichend. Dass wir bei ungefähr 80 Prozent weitergefahren sind, passt auch zur üblichen Empfehlung für längere Elektrofahrten. Mit zunehmendem Ladestand sinkt die Ladeleistung eines Elektroautos in der Regel deutlich. Wer unterwegs schnell weiterfahren möchte, spart deshalb häufi g Zeit, wenn er nicht auf 100 Prozent wartet. Stecker raus, einsteigen und weiter.

Nach rund fünf Stunden in Mannheim
Gegen Mitternacht erreichten wir unser Ziel. Am Ende standen rund 450 Kilometer Strecke, ein Ladestopp und ein Durchschnittsverbrauch von 17,1 kWh pro 100 Kilometer auf dem Bordcomputer. Insgesamt waren wir etwa fünf Stunden unterwegs. Dabei standen wir zwischenzeitlich zusätzlich rund 20 Minuten im Stau.
Für uns war vor allem entscheidend, wie wenig sich die Fahrt letztlich um das Thema Elektromobilität gedreht hat. Wir sind gefahren. Wir haben eine Pause gemacht. Wir haben geladen. Und wir sind weitergefahren.
Weiter zum Glücksgefühle Festival
Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter zum Glücksgefühle Festival am Hockenheimring. Vor der Weiterfahrt haben wir noch einmal kurz geladen. Bei rund 33 Grad Außentemperatur war dann vor allem eines wichtig. Klimaanlage an und entspannt weiterfahren.
Nach einem langen Festivaltag waren wir schließlich froh, wieder ins Auto steigen und entspannt zurück nach Mannheim fahren zu können.
Was passiert, wenn eine Ladesäule belegt ist?
Auch auf der Rückreise zeigte sich, dass nicht immer alles exakt nach Plan läuft. Wir hatten uns unterwegs eine Ladestation mit zwei Ladepunkten ausgesucht. Als wir dort ankamen, waren beide Plätze belegt. Ein echtes Problem? Für uns nicht. Statt darauf zu warten, dass ein Ladepunkt frei wird, suchten wir einfach nach der nächsten Möglichkeit. Nur rund zwölf Minuten weiter fanden wir eine weitere Station und setzten unsere Fahrt fort.
Gerade diese Situation war für uns interessant. Sie zeigt, dass eine lange Elektroautofahrt nicht davon abhängt, dass ein zuvor erstellter Plan exakt funktioniert. Wenn eine Station nicht passt, kann man unterwegs eine Alternative auswählen.
Braucht man also keinen EV Routenplaner?
Ein integrierter EV-Routenplaner ist ohne Frage komfortabel. Er kann automatisch berechnen, wann ein Ladestopp sinnvoll ist und passende Stationen in die Route integrieren. Unsere Reise hat aber gezeigt, dass eine solche automatische Planung nicht zwingend Voraussetzung für eine längere Fahrt mit dem Elektroauto ist. Wer ohnehin Google Maps oder eine vergleichbare Navigation nutzt, kann passende Ladestationen auch unterwegs finden und selbst als Zwischenziel hinzufügen. Man muss also kein Experte für Elektromobilität sein und auch nicht vor jeder Fahrt einen detaillierten Ladeplan erstellen.
Ist Elektroauto fahren also wirklich so anders?
Natürlich gibt es Unterschiede zwischen einem Elektroauto und einem Verbrenner. Der eigentliche Ladevorgang dauert länger als ein Tankvorgang. Reichweite, Außentemperatur, Geschwindigkeit und Fahrweise spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Reisealltag war der Unterschied für uns aber deutlich kleiner, als man vielleicht vermuten würde. Beim Verbrenner fährt man, sucht irgendwann eine Tankstelle, macht eine Pause und fährt weiter. Beim Elektroauto fährt man, sucht irgendwann eine Ladestation, macht eine Pause und fährt weiter.
Unser Fazit nach dem Wochenende
Vor unserer Fahrt hätte man erwarten können, dass rund 450 Kilometer mit einem kleinen Elektroauto eine umfangreiche Planung erfordern. Tatsächlich war der Ablauf wesentlich unspektakulärer. Ziel eingeben, losfahren, Reichweite im Auge behalten, unterwegs eine Ladestation auswählen, eine Pausemachen und weiterfahren.
Natürlich sollte man auch bei einem Elektroauto vorausschauend unterwegs sein. Doch unsere Reise hat gezeigt, dass eine Langstrecke nicht automatisch kompliziert sein muss. Auch ein kleines Elektroauto kann damit ein ganz normales Reiseauto sein.
Wer bisher vor allem wegen Reichweite und Ladeplanung beim Umstieg auf ein Elektroauto zögert, kann den Kia EV2 bei Autohaus Hotz in Gardelegen selbst kennenlernen.
Und in diesem Sinne bleibt am Ende nur noch eines zu sagen.
Have a nice day!

